Richtiges Lüften und Heizen

Ein optimales Raumklima ist die Grundlage für ein gesundes Wohn- und Arbeitsumfeld sowie für den Erhalt der Bausubstanz. Da moderne Gebäudehüllen aus Energiespargründen sehr dicht sind, entfällt der früher übliche natürliche Luftaustausch durch undichte Stellen. Umso wichtiger ist ein bewusstes Lüftungsverhalten, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.

Warum ist Lüften notwendig?

Regelmässiges Lüften erfüllt gleich mehrere wichtige Funktionen. Zur Feuchtigkeitsregulierung: Im Haushalt entsteht ständig Wasserdampf durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen sowie durch die Atmung von Menschen, Tieren und Pflanzen. Eine vierköpfige Familie gibt täglich durchschnittlich 10 Liter Feuchtigkeit an die Luft ab. Hinzu kommt die Schadstoffabfuhr: Die Innenraumluft kann bis zu fünfmal stärker mit Schadstoffen aus Putzmitteln, Baumaterialien oder Haushaltsgegenständen belastet sein als die Aussenluft. Nicht zuletzt dient Lüften der Vermeidung von Bauschäden: Zu hohe Luftfeuchtigkeit führt zu Kondenswasser an kalten Oberflächen – die Folgen sind Schimmelpilzbefall, Flecken an Wänden, Tapetenablösungen und Schäden an Möbeln.

Die effektivsten Lüftungsmethoden

Ein kompletter Luftwechsel sollte immer bei vollständig geöffneten Fenstern erfolgen. Die wirksamste Methode ist die Querlüftung (Durchzug): Wenn gegenüberliegende Fenster und Türen für 2 bis 4 Minuten weit geöffnet werden, wird das gesamte Luftvolumen schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Bei der Stosslüftung wird das Fenster in einem Raum für 5 bis 10 Minuten komplett geöffnet. Es wird empfohlen, mindestens 2- bis 3-mal täglich zu lüften (optimal 3- bis 5-mal), vorzugsweise morgens und abends sowie nach Aktivitäten mit hoher Feuchtigkeitsbildung.

Was Sie vermeiden sollten

Besonders in der Heizperiode sollten Sie auf dauerhaft gekippte Fenster verzichten, da die Kippstellung zu einem massiven Energieverlust führt und die angrenzenden Bauteile (Fensterlaibungen) stark auskühlen lässt, was die Schimmelgefahr erhöht. Vermeiden Sie es ausserdem, Wäsche in der Wohnung zu trocknen, da dies die Luftfeuchtigkeit extrem erhöht – hängen Sie Wäsche nach Möglichkeit im Freien oder in Trocknungsräumen auf. Achten Sie darauf, Türen zu kühleren Räumen geschlossen zu halten, damit die warme, feuchte Luft nicht in kühleren Zimmern an den Wänden kondensiert.

Ergänzende Tipps für ein gesundes Raumklima

Neben dem richtigen Lüften spielt auch das Heizen eine zentrale Rolle: Eine gleichmässige Beheizung aller Räume ist wichtig, wobei die Raumtemperatur in Wohnräumen bei ca. 20–21 °C und in Schlafräumen bei 18–20 °C liegen sollte. Um die Luftzirkulation zu ermöglichen, sollten Möbel an Aussenwänden mit einem Abstand von 5 bis 10 cm platziert werden. Achten Sie auf Kondenswasser: Innenkondensat an Scheiben ist ein Warnsignal für zu hohe Luftfeuchtigkeit und erfordert sofortiges Lüften, während Aussenkondensat ein Zeichen für eine gute Wärmedämmung der Fenster ist. Schliesslich empfiehlt es sich, Feuchtigkeit gezielt abzuführen: Schliessen Sie beim Kochen oder Duschen die Zimmertüren und lüften Sie den entstandenen Dampf sofort durch das Fenster oder über den Abzug nach draussen ab.

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